Der pädagogische Erfolg einer Schule hängt zum großen Teil davon ab, inwieweit diese Schule ein zusammenhängendes Ganzes darstellt, ob im Hinblick auf bestimmte Ziele und Methoden ein Konsens besteht, und inwieweit Kooperation von Schülern, Lehrern und Eltern geplant und umgesetzt werden kann. Das Kollegium des Privatgymnasium St. Leon-Rot verspricht sich von einer solchen Gestaltung der Schule nicht nur eine verantwortungsbewusste Betreuung der Schüler in einer sich verändernden Gesellschaft, sondern auch eine Veränderung des pädagogischen Klimas durch eine zielorientierte Kooperation aller Beteiligten.
Das Ganztagsgymnasium gibt den Lehrerinnen und Lehrern in besonderem Maße die Chance, erziehend zu wirken und den Schülern ein Vorbild zu sein. Dort, wo Lehrer, Schüler und Eltern sich gemeinsam um Gestaltung und Entwicklung der Schule bemühen, wo Lehrer verstärkt den Schülern zu persönlichen Gesprächen zur Verfügung stehen, wird auch erfahren, dass Schule Lebensqualität bieten und ein Ort zum Wohlfühlen sein kann. Wenn man Schülern vermittelt, dass man ihnen vertraut, dass sich die Schule auch auf ihr Verantwortungsbewusstsein stützt, werden auch sie bemüht sein, diese Erwartungen zu erfüllen.
Die Lehrkräfte verbringen mehr Zeit in der Schule und können so ihre zusätzlichen und sich ständig wandelnden Erziehungsaufgaben besser wahrnehmen. Das ständige Gespräch über einen pädagogischen Konsens, dessen Ziel die stärkere Identifikation aller mit ihrer Schule ist, kann bewusst gepflegt werden.
Schule ist aber nicht nur Unterricht im herkömmlichen Sinn. Gerade sogenannte außerunterrichtliche Veranstaltungen haben einen umfangreichen Lernwert. Nicht zuletzt deshalb, weil gemeinschaftlich Getanes in der Regel eine positive Atmosphäre erzeugt, werden außerunterrichtliche Veranstaltungen als motivationsfördernd und identitätsstiftend empfunden. Daher wird angestrebt, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler aktiv in Planung und Durchführung solcher Veranstaltungen einbezogen werden oder als Zuschauer/Zuhörer anwesend sind und sich mit konstruktiven Vorschlägen einbringen. Die Ergebnisse der Unterrichts- und Arbeitsgemeinschaftsergebnisse sollten, wo immer es sinnvoll erscheint, öffentlich gemacht werden.
In jeder Klasse ist wöchentlich eine Reflexionsstunde beim Klassenlehrer eingerichtet. In dieser Stunde können über den Fachunterricht hinausgehende Fragen besprochen werden.
Der Schulpsychologe bietet den Schülern individuelle Hilfen an, auch bei der Beratung persönlicher Probleme und Fragen der Schullaufbahn. Der Schulpsychologe steht auch Lehrern und Eltern zur Beratung bei Schulproblemen zur Verfügung.
Zum Konzept der Schule gehört auch das gemeinsame Mittagessen. Dadurch ergeben sich soziale und ästhetische Erlebnisräume, die eine zentrale Rolle in der kulturellen Selbsterfahrung darstellen. Die Mittagsmahlzeit wird in der Mensa eingenommen und bietet unterschiedliche Gerichte zur Auswahl.
Alle am Schulleben Beteiligten werden rechtzeitig und umfassend über alle schulischen Angebote informiert, um eine größtmögliche Mitwirkung und Mitarbeit zu erreichen. Die Eltern erhalten in regelmäßigen Abständen unseren Newsletter "Spickzettel", in dem alle aktuellen Informationen veröffentlicht werden. Diese werden auch auf der Homepage ständig aktualisiert.
Zusammengefasst ergeben sich folgende Rahmenbedingungen:
Äußere Rahmenbedingungen:
Den Forderungen nach der „verlässlichen Ganztagsschule“ kommen wir nach, indem alle durch Lehrerfortbildung, Exkursion oder Krankheit ausfallenden Stunden sinnvoll vertreten werden. Die Schülerinnen und Schüler gehen immer zur gleichen Zeit in die Schule, kommen immer zur gleichen Zeit nach Hause und erhalten im geplanten Umfang Unterricht.
Die Klassenstärke liegt in der Regel bei 26 Kindern.
Unser Unterricht umfasst Montag bis Donnerstag 4 Doppelstunden mit je 90 Minuten und eine Einzelstunde mit 45 Minuten; am Freitag finden 3 Doppelstunden und eine Klassenlehrerstunde mit gemeinsamem Mittagessen statt.
Unsere Rhythmisierung und die Stundentafel sind für das achtjährige Gymnasium konzipiert.
Hauptfächer werden mit bis zu sieben Wochstunden unterrichtet, so dass hier in der Regel keine schriftlichen Hausaufgaben in den Klassen 5-9 geleistet werden müssen.
Wir beginnen in Klasse 5 für alle verpflichtend mit Englisch als erster Fremdsprache. Ab Klasse 6 kommt Französisch oder Latein als zweite Fremdsprache hinzu. Ab Klasse 8 kann Spanisch (Sprachprofil) als dritte Fremdsprache gewählt werden.
Ab Klasse 8 wählen unsere Schüler eines der folgenden drei Profile:
Sportprofil, Naturwissenschaftliches Profil, Sprachprofil (Spanisch).
Das gemeinsame tägliche Mittagessen ist wichtiger Bestandteil unseres Konzepts.
Innere Rahmenbedingungen:
Im Unterricht sind die wichtigen Komponenten Kommunikationstraining und Methodentraining eingebaut. Ein erweitertes Sport- und Musikangebot mit Förderung von Talenten bieten wir in den verpflichtenden AG-Stunden an.
Mit unserem schuleigenen Jahresplaner, mit dem alle Schüler ausgestattet werden, steht Lehrern und Eltern ein geeignetes Medium zur Kommunikation zur Verfügung. Für die Schüler ist der Jahresplaner ein Hilfsmittel zur Dokumentation der Unterrichtsinhalte und zur Vorbereitung von Klassenarbeiten, Veranstaltungen etc.
Seit dem Schuljahr 2005/06 haben wir eigene Schuloberbekleidung eingeführt. Damit wollen wir dem „Markenwahn“ entgegenwirken und eine hohe Identifikation mit der Schule erreichen.
Seit Mai 2007 ist die » PG-Card (schuleigene Geldkarte) an unserer Schule im Einsatz, mit der nicht nur das Mittagessen bestellt und abgeholt werden kann, sondern auch an allen Automaten bzw. am Schulkiosk bezahlt werden kann. Damit erreichen wir, dass kein Bargeld zur Schule mitgebracht werden muss. Gleichzeitig dient die PG-Card auch als Schülerausweis.
Abgerundet wird unser Konzept durch die Förderung sogenannter Softskills, die im modernen Miteinander unerlässlich sind:
1. Leistungsbereitschaft
Ausdauerndes, planmäßiges, selbstständiges, kooperatives und kreatives Arbeiten und Lernen wird durch einen vielfältigen Methodeneinsatz im Unterricht erlernt und erprobt.
2. Soziale Kompetenzen/Teamfähigkeit
Mit integriertem sozialen Lernen agieren wir nicht nur theoretisch sondern auch praktisch mit unseren Schülern.
3. Förderung
Durch unser Angebot in intellektuellen, künstlerisch-darstellerischen und sportlichen Bereichen, können nicht nur begabungsadäquate Lernvoraussetzungen geschaffen, sondern auch außerschulische Defizite kompensiert werden.
4. Persönlichkeitsstärkung
Auf dem Weg des Erwachsenwerdens begleiten wir unsere Schüler mit einem kompetenten Beratungsteam.
5. Medienkompetenz
Ziel unserer Medienerziehung ist es, Schülerinnen und Schülern im Umgang mit modernen Medien so zu schulen, dass diese in der Lage sind stets das richtige Medium einzusetzen. So begegnen wir der Gefahr eines Medienautismus frühzeitig. Letztendlich soll der Mensch das Medium beherrschen und nicht das Medium den Menschen.
Alle diese Überlegungen sind getragen von der Idee „Zukunft-Schule“, mit der das Privatgymnasium St. Leon-Rot bei seiner Gründung angetreten ist.

