Aufgaben der Schulseelsorge

Schulseelsorge ist christliche Hilfe zur Lebensbewältigung von Einzelnen und Gruppen im Raum der Schule. Sie dient der Bewältigung von Alltags- und Beziehungsproblemen sowie von Konflikt- und Krisensituationen.

Nach dieser offiziellen Definition der Landeskirche versucht die Schulseelsorge bei allen Belangen seelischer Belastung Hilfestellung zu geben. Bei seelischen Störungen bzw. Erkrankungen, Verhaltensstörungen etc. wird dagegen die Schulpsychologie tätig. Beide Bereiche ergänzen sich harmonisch und kooperieren daher.

Besonders schwere seelische Belastungen für Schülerinnen und Schüler stellen Todesfälle oder zum Tod führende Erkrankungen in der näheren Verwandtschaft dar. Persönliche Gespräche mit den Betroffenen sind hier tröstend und hilfreich. Trennung der Eltern, aber auch neue Partner oder Stiefgeschwister können Belastungen für die Kinder darstellen, die Auswirkungen auf schulische Leistung und Verhalten haben. Während entsprechende Rückmeldungen an die Eltern und Gespräche Aufgabe aller Lehrenden sind, kann die Schulseelsorge vertrauliche Gespräche ermöglichen, von denen keine anderen Personen erfahren.

Ein besonderes Angebot für alle Konfessionen ist auch die Möglichkeit der Beichte, die der Vertraulichkeit des Beichtgeheimnisses unterliegt.
Bei Krankenhausaufenthalten von Schülerinnen und Schülern sind noch Rücksprache mit den Eltern Krankenbesuche ein Angebot der Schulseelsorge, wie es auch in Kirchengemeinden verbreitet ist.

Besonders fordernde Aufgaben für die Schulseelsorge sind Tod und Trauer in der Schule selbst, schwere Unfälle, Gewaltanwendung von außen oder Katastrophen.

Bei allen Fällen von Traumatisierung sind Schulpsychologie und Seelsorge gleichermaßen gefragt.

In die Schulseelsorge sind neben Schülerinnen und Schülern auch Lehrerinnen und Lehrer und alle Mitglieder des Schulpersonals, d.h. die gesamte Schulgemeinschaft eingeschlossen.

Ein Schulseelsorger kann jedoch nur dann tätig werden, wenn sich Betroffene an ihn wenden, oder Dritte auf eine Belastung oder z.B. einen Krankenhausaufenthalt hinweisen.

Traurig aussehende oder weinende Schülerinnen und Schüler werden alle in der Schulgemeinschaft ansprechen, denen dies auffällt. Viele tragen ihre Sorgen still mit sich. Daher ist es wichtig für Betroffene, eine Person in der Schule zu wissen, an die sie sich vertrauensvoll wenden können.